Johanna „Mutter“ Ey

Die aus Düsseldorf stammende Künstlerin Anja Hühn besuchte in Düsseldorf neben einer Ausstellung über Mutter Ey zuletzt ein Theaterstück, in dem sich alles um die Galeristin und einzige Ehrenbürgerin der Stadt Düsseldorf, Johanna Ey, drehte. Sie ließ sich dadurch so sehr inspirieren, dass sie ein Bild von ihr malte…..

Johanna Ey wurde 1864 am Niederrhein geboren. 1888 heiratete sie in Düsseldorf Robert Ey. Aus dieser Ehe entstammten zwölf Kinder, von denen nur vier überlebten. Nach zwanzig Ehejahren verließ Robert Ey seine Familie.

Mutter Ey - Anja Hühn 2011

Nach anfänglicher Arbeit in einer Bäckerei macht Johanna sich 1907 mit einer kleinen Bäckerei auf der Ratinger Strasse in der Düsseldorfer Altstadt selbstständig. Durch ihre großherzige Art lässt sie die bei ihr ein und ausgehenden Kunststudenten anschreiben. Doch die Schulden erreichen bald eine untragbare Höhe, so dass sich Johanna, die auch sehr kunstinteressiert war, durch die Kunstwerke der jungen Maler entlohnen ließ.

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges muss Johanna Ey ihre Bäckerei, die mittlerweile zu einem sehr lebendigen kulturellen Treffpunkt geworden war, aufgeben. Vier Jahre später eröffnet Mutter Ey, wie sie von ihren Künstlern liebevoll genannt wurde, an anderer Stelle in Düsseldorf eine Kunstgalerie. Auch diese wurde schnell zum Szenetreff. Zahlreiche Künstler, Musiker, Schauspieler zog sie mit ihrem Laden und ihrer Person an.

Nach dem Krieg fanden sich in der Galerie heimkehrende Künstler zusammen und gründeten die Gruppe „junges Rheinland“ um Otto Pankok. Die Künstler bekamen im Schaufenster von Mutter Ey´s Laden die Möglichkeit ihre Bilder auszustellen. Schnell wurde die Galerie von J. Ey Zentrum einer stürmischen Bewegung in der Kunst. Die Künstler brachen aus gewohnten und gelernten Bahnen aus. Das „Ey“, so nannten sie die Galerie, wurde nun auch zu einem Treffpunkt für hitzige Diskussionen – revolutionäre Gedanken wurden nun hier geboren. Höhepunkt war die erste große Ausstellung in Johannas Kunstgalerie. Der Ey verbundene Künstler waren unter anderem Max Ernst, Otto Dix, Otto Pankok, G.H. Wollheim , Robert Pudlich, Peter Janssen, Paul Klee
Johanna „Mutter“ Ey gilt als die am meisten portraitierte Frau Deutschlands.
Nach ihrem 65. Geburtstag, der groß gefeiert wurde, folgte die Weltwirtschaftskrise. Mutter Ey , die mittlerweile ein hohes Ansehen genoss, begann nun in Sachen Kunst zu reisen und ihre Kreise um Düsseldorf zu vergrößern.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges platzte der Traum von weiteren Ausstellungen.Viele Kunstwerke konnten vor den Nazis nicht gerettet werden und wurden als entartete Kunst bezeichnet.

Fassade in Düsseldorf

1947 starb Mutter Ey als gebrochene Frau in Düsseldorf.

 

Noch heute findet man in der Düsseldorfer Altstadt eine Fassade, die durch ein Portrait von ihr geschmückt ist.

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Ausstellung in der Stadtbücherei Düsseldorf-Benrath

 

Vernissage am Do, 22.09.2011 von 19.30 Uhr bis ca. 21.00 Uhr in der Stadtbücherei Düsseldorf – Benrath

die Ausstellung ist immer während der Öffnungszeiten

Mo+Do 14.00-19.00
Mi+Fr 11.00-13.00
und 14.00-17.00
Sa 11.00-13.00

zu besichtigen!